Eine Versicherung ist im Kern eine Wette gegen ein Risiko, das du dir nicht leisten könntest: Viele Leute zahlen einen kleinen, planbaren Betrag (die Prämie) in einen gemeinsamen Topf ein, damit die wenigen, die wirklich einen grossen Schaden haben, daraus entschädigt werden. Das nennt man Solidaritätsprinzip, die Gemeinschaft trägt zusammen, was der Einzelne allein nicht tragen könnte.
In der Schweiz ist nur eine einzige Versicherung für alle Pflicht.
Die Krankenpflegeversicherung (OKP) ist für alle in der Schweiz obligatorisch. Die Leistungen sind gesetzlich bei allen Anbietern identisch, es lohnt sich also, jährlich nur die Prämie zu vergleichen und notfalls zu wechseln.
Alternative Modelle (Hausarzt- oder Telmed-Modell) sind oft günstiger als das Standardmodell, weil du zuerst eine bestimmte Anlaufstelle kontaktieren musst, bevor du zum Spezialisten gehst.
Alles Weitere ist freiwillig, sinnvoll ist es nur, wenn es ein Risiko abdeckt, das du selbst nicht tragen könntest.
Zahlt, wenn du versehentlich jemand anderem einen Schaden zufügst (z. B. eine zerbrochene Vase, ein Velounfall). Günstig in der Prämie, deckt aber potenziell sehr hohe Schadensummen, für die meisten sinnvoll.
Schützt deine Möbel, Elektronik und persönlichen Gegenstände bei Feuer, Wasserschaden, Einbruch oder Diebstahl. Für die meisten mit eigenem Hausstand sinnvoll.
Übernimmt Anwalts- und Gerichtskosten bei rechtlichen Streitigkeiten (z. B. Miete, Arbeitsrecht). Kann sich lohnen, ist aber nicht für jede Lebenssituation zwingend.
Deckt Zusatzleistungen ab (z. B. Zahnersatz, Brille, Halbprivatabteilung im Spital). Im Gegensatz zur Grundversicherung unterscheiden sich hier Leistungen und Preise stark zwischen Anbietern, ein Abschluss «weil es alle haben» lohnt sich nicht automatisch.
Kombiniert Versicherungsschutz mit einem Sparanteil, klingt praktisch, ist aber wegen hoher Gebühren im Vergleich zu separatem Sparen/Investieren (z. B. via ETF) oft die teurere Variante.
Über mehrere Jahre gerechnet zahlst du oft mehr Prämie, als eine Reparatur im Schadenfall gekostet hätte. Ein Notgroschen deckt dieses Risiko meist günstiger ab (siehe Rechner).
Bei jedem Versicherungsangebot lohnt sich ein Vergleich anhand derselben Punkte:
Frag dich bei jeder Versicherung: «Könnte ich diesen Schaden aus eigener Tasche bezahlen?» Wenn ja, brauchst du die Versicherung wahrscheinlich nicht, und dein Geld ist im Notgroschen oder als ETF-Sparplan besser aufgehoben.
Diese Wörter tauchen bei jeder Versicherung auf, einmal verstanden, helfen sie dir bei jedem Vergleich.
Die Police ist das Dokument, das deinen Versicherungsvertrag bestätigt, wer versichert ist, wogegen, ab wann und zu welchem Preis. Bei einem Schadenfall brauchst du sie meist als Nachweis.
Die Prämie ist der Betrag, den du periodisch (meist monatlich) bezahlst, damit die Versicherung überhaupt gilt, unabhängig davon, ob du sie je brauchst.
Die Franchise ist der Betrag, den du pro Jahr selbst zahlst, bevor die Versicherung übernimmt (bei der Krankenkasse min. CHF 300, wählbar bis CHF 2500). Eine höhere Franchise senkt die Prämie, lohnt sich, wenn du selten Leistungen beziehst und die Reserve hast, sie im Ernstfall auch zu zahlen.
Zusätzlich zur Franchise trägst du bei der Krankenkasse 10 % der weiteren Kosten bis zu einem jährlichen Maximum selbst, der Selbstbehalt.